Concours

Concours – Was ist das?

In UK (England) sind Concours-Veranstaltungen aus dem Clubleben nicht wegzudenken. Sie sind Bestandteil der jährlichen Club-Treffen. Beim Concours geht es eigentlich darum, die Fahrzeuge möglichst original, so wie sie mal vom Werk ausgeliefert wurden, zu erhalten, bzw. original-gerecht zu restaurieren. Dazu sollen die Concours-Veranstaltungen den Anreiz bieten. Denn jeder Restaurator ist eigentlich auf sein „Produkt“ stolz und wünscht sich eine kleine Anerkennung seiner vielen Stunden, die er in sein „Vehicle“ investiert hat. Wer nun einen Oldtimer besitzt, steht natürlich immer vor der Wahl, sein Fahrzeug möglichst ohne Leidensdruck im heutigen Verkehr bewegen zu können, sprich entsprechende „Modernisierungen“ einfließen zu lassen, seinen eigenen künstlerischen Vorstellungen freien Lauf zu lassen oder halt in sich zu gehen und zu versuchen, das ursprüngliche Produkt zu erhalten oder wieder zu erstellen. Das bedeutet natürlich, sein Fahrzeug so zu erleben, wie es im Werks-Auslieferungszustand nun mal geschaffen wurde, mit allen Nachteilen der ursprünglichen Technik und den eingeschränkten damaligen Sicherheitsstandards. Beim Concours geht es eigentlich nicht darum, den Wagen in Hochglanz zu präsentieren und ein Spiegelfinish des Lacks und der Chromteile zu erzeugen, wie oft geglaubt wird – nach dem meist bekannten Vorbild Pebble Beach.


Natürlich sollten die Teilnehmer-Fahrzeuge möglichst sauber und gepflegt sein, damit auch eine vernünftige Beurteilung möglich ist. Ein glänzendes Fahrzeug erzeugt beim Betrachter natürlich auch einen besseren Gesamteindruck, als ein ohne Vorbereitung angedrecktes Fahrzeug. Da kann es dann schon mal zu dem einen oder anderen Bonuspunkt kommen, wenn der Gutachter merkt, der Eigentümer hat in die Restauration viel Liebe hineingesteckt und sich in der Vorbereitung zum Concours etwas Mühe gemacht.


Jetzt möchte ich aber konkret werden und beschreiben, wie eine Concours-Veranstaltung abläuft und was als Concours-Teilnehmer speziell zu beachten ist.

Zuerst die Kategorien.

Ich konzentriere mich jetzt auf Austin-Healey Sprites und MG Midgets:

Dazu werden die Baureihen nach vergleichbaren Typen aufgeschlüsselt und danach separat bewertet. Natürlich gibt es dann aber auch einen typenübergreifenden Überalles-Gewinner. Üblicherweise wird wie folgt eingeteilt. Es können aber auch bei geringer oder höherer Teilnehmerzahl die Modelle in andere Kategorien zusammengefasst oder weiter aufgeteilt werden.

Standard:

Kat 1: AH Sprites Mk 1

Kat 2: AH Sprites Mk 2 und Mk 3, MG Midgets Mk 1 und Mk 2

Kat 3: AH Sprites Mk 4, MG Midgets Mk 3 (alle Chrommodelle)

Kat 4: MG MIdget 1500

Modifiziert:

Kat 5: AH Sprites Mk 1

Kat 6: AH Sprites Mk 2 bis Mk 4, MG Midgets Mk 1 bis Mk 3 (Chrommodelle)

Kat 7: MG MIdget 1500

Trophäen:

Weitere besondere Preiskategorien sind möglich. So gibt es zum Beispiel beim Austin-Healey Club UK noch folgende Trophäen:

Kombinationspreis

Kombinationspreis aus den drei Teilen: Ausfahrt/Rallye (Planned Drive), Geschicklichkeits-Parcours (Gymkhana) und Concours-Fahrzeug, das die Wertungsrichter selbst gerne besitzen würden. Das muss nicht Concours-mäßig das beste Fahrzeug sein, sondern das, das den meisten „Charme“ ausstrahlt, d. h., wo alles so ist, wie man es gerne hätte.

Originalzustand

Die Kategorie „Originalzustand“ ist für alle Fahrzeuge interessant, die sich möglichst nah am Original-Auslieferungszustand befinden. Hier zählen auch, dass alle Originalteile vorhanden sind oder möglichst original rekonstruiert wurden. Das ist z. B. für die Sprite Mk1 Innenausstattung nur beschränkt möglich. Denn wer hat denn noch den originalen Gummi-Einlegeboden, der heute nicht mehr hergestellt wird. Erkennbare Modifikationen sind nicht erlaubt und führen zu Abzug, z. B. stärkerer Motor, nicht originale Bremsanlage oder Räder, etc.


Wichtig ist hier auch, dass das Originalzubehör vorhanden ist, soweit es werksmäßig mit ausgeliefert wurde, wie z. B. Wagenheber, Werkzeug, Fahrerhandbuch.

Modifiziert

In der Kategorie “Modifiziert” können alle Fahrzeuge angemeldet werden, die vom Originalzustand bewusst abweichen. Sie sollten aber immer noch als Sprite/MIdget und auch nach Modell erkennbar sein. Die Modifizierung sollte fachgerecht unter Erfüllung der entsprechenden technischen Standards und auch aller erforderlichen Sicherheitsvorschriften durchgeführt sein.


Zur Anschauung habe ich im Folgenden das Bewertungsblatt für die Wertungsrichter eingefügt. Es ist ein Standardformat das für alle Typen gleichermaßen angewendet wird, auch wenn mal etwas nicht so ganz passt. Das wäre z. B. beim Sprite Mk 1 die nicht vorhandene Kofferraumhaube.


Ich habe das Bewertungsblatt in der ursprünglichen englischen Fassung belassen. Wer sich mit einem Sprite/Midget länger befasst, kennt mit Sicherheit auch die englischen Begriffe.


Concours-Bewertungsblatt


Anmerkung zum CONCOURS JUDGING FORM


Unter "1. Bodywork & Bodytrim" sowie anderen Punkten: Nicht angebrachte Stossstangen oder ein fehlendes Dach werden in der Standard-Klasse mit 0 Punkten bewertet. Das (Falt-) Dach (ggf. einschließlich Steckscheiben) muss, wenn nicht anders vereinbart, zur Beurteilung im aufgebauten Zustand sein. Sonst erfolgt Punktabzug.


Unter "8. Presentation" können einige leicht zu verdienende Punkte verloren gehen, wenn der Teilnehmer seinen originalen Werkzeugsatz mit Wagenheber oder das originale Fahrer-Handbuch nicht dabei hat.


Nun noch zu den Randbedingungen für die Teilnehmer:

Concours Regeln

Die Teilnehmer-Fahrzeuge müssen in fahrfähigem Zustand und zum Verkehr zugelassen sein und auch alle verkehrsrechtlichen Bestimmungen erfüllen (Normale Zulassung, H-Zulassung oder 07-Kennzeichen oder ausländische Zulassung/Verkehrsberechtigung).


Die Teilnehmer-Fahrzeuge müssen vom Heimatstandort auf eigener Achse zur Concours-Veranstaltung gefahren werden.


Vor Beginn der Concours-Veranstaltung haben sich die angemeldeten Concours-Teilnehmer bei der Concours-Leitung zu melden, damit sie offiziell registriert werden können. Nachmeldungen sind ggf. am Veranstaltungstag bis zu einer vorgegebenen Uhrzeit möglich, können aber abgelehnt werden, wenn das Teilnehmerfeld (Anzahl der bereits gemeldeten Teilnehmer) eine vorgegebene Grenze bereits erreicht hat.


Die Gewinner in der jeweiligen Klassen müssen mindestens 75% der maximal erreichbaren Punkte erreichen.


Punktabzüge können vom Concours Judge (Concours-Wertungsrichter) nach eigenem Gutdünken erfolgen, wenn ein zu bewertendes Teil sich in verkehrsgefährdendem Zustand befindet.


Es erfolgt kein Punktabzug, wenn Dinge aus Sicherheitsgründen angebracht wurden; z. B. Sicherheitsgurte, Feuerlöscher etc.


Während der Begutachtung durch den Wertungsrichter muss der Teilnehmer (oder ein benannter Vertreter) bei seinem Fahrzeug anwesend sein.


Die Definitionen von Standard- und Modifizierter Klasse sind wie folgt:


Standard-Klasse: So nahe wie möglich am Werks-Auslieferungszustand


Modifizierte Klasse: „Geschmackvoll“ modifiziert, um das Aussehen oder die Technik zu verbessern, doch das Erscheinungsbild eines Austin-Healey Sprite oder MG Midget sollte erhalten bleiben. In dieser Klasse werden alle „fehlenden Teile“ wie z. B. Stossstangen, Dach etc., die ab Werk vorhandenen waren, als im vergleichbaren Zustand zu anderen zu bewertenden Bereichen gewertet.


Die Anmeldung und Einstufung in die gewünschte Klasse ist vom Teilnehmer selbst durchzuführen.


Vorbereitung und Reinigung der Fahrzeuge ist nur vor Beginn des allgemeinen Concours-Beurteilungszeitraums erlaubt (siehe Anmeldung zu Concours).


Die Entscheidung der Concours-Leitung und der Wertungsrichter ist endgültig und es werden keine Teilnehmer-angeregten Diskussionen zu den Punktvergaben und dem Ergebnis akzeptiert.


Beschwerden zum Concours und dessen Ablauf müssen in schriftlicher Form an den Concours-Organisator gerichtet werden.


Josef Eckert

National Concours Secretary

Austin-Healey Club UK

Email: concours@austin-healey-club.com