Waxstat-Düsen justieren

Die mutmaßliche Planung:

Wird der Motor wärmer, dehnt sich der unter dem Düsenstock befindliche Waxstat aus, drückt den Düsenstock hoch, verkleinert dadurch den Ringspalt zwischen Stock und Nadel und reduziert dadurch die zugemessene Kraftstoffmenge bei höheren Umgebungstemperaturen.


Schöne Idee eigentlich. Das Motormanagement heutiger Vehikel macht das ja auch.


Das reale Problem: wird der Motor (wodurch auch immer) wärmer als warm, geht das System besonders gut und wir alle wissen: Gemisch abmagern > Verbrennungstemperatur wird höher > Motor wird noch wärmer usw. usw.. Im Gegensatz zum Motormanagement halt leider ein ungeregeltes System.


In dem Fall natürlich kontraproduktiv. Und der zumindest beim 1500er enge und mäßig durchlüftete Motorraum der Spridgets – verglichen z. B. mit den luftigen Verhältnissen beim „Organspender“ Spitfire

– tut sein übriges dazu.


Bei meinem Midget war z. B. die Leerlaufdrehzahl mal höher, mal niedriger. Dann schüttelt mal der Motor. Oder auch nicht. Sowas war mir in dem Ausmaß noch nicht begegnet! Penible Kontrolle der „usual suspects“ ohne Befund. Teufel auch!


Nach etwas Recherche kam ich auf die Capstats als mögliche Ursache. Hatte mich sowieso über die komische Form der Düsenstöcke gewundert.

Die Abhilfe:

Hat man alle anderen möglichen Ursachen für nicht konstante Leerlaufdrehzahl so gut es geht ausgeschlossen, lässt sich die Sache auf 2 Arten beheben:


a) Montage „normaler“ Düsenstöcke (die bekanntere schlanke Bauart aus schwarzem oder rotem Kunststoff). Dafür benötigt man jedoch nicht nur die Standard Düsenstöcke(AUD9450, AUD9451), sondern auch entweder die Chokehebel der Vergaser ohne Waxstat bzw. angepasste Hebel (LZX1274, LZX1275 und 2x AUC5002), um die Hebelei für die Betätigung der Startanreicherung – ein Choke im eigentlichen Sinne ist das bei den SU-Vergasern nicht – anzupassen. Diese Methode kostet somit Geld.


b) Man ersetzt den „Waxstat“ durch ein geeignetes Objekt, welches eben nicht bei Erwärmung verrückt spielt. Diese Methode ist fast kostenlos und sie wird nachfolgend beschrieben.



Vorher

Schritt 1:

Einheit Düsenstockhalter-Waxstat-Düsenstock abbauen und das Maß „x“ ermitteln (siehe Foto), um das der eigentliche Düsenstock „B“ oben aus dem Düsenstockhalter „A“ heraussteht.


Maß ermitteln

Schritt 2:

Man biegt vorsichtig eines oder zwei der drei gebördelten Segmente ganz unten am Düsenstockdeckel „E“ auf, entfernt den Waxstat „D“ und ggf. auch das Druckstück „C“.


Übersicht

Schritt 3:

Jetzt legt man probeweise ein 10-Cent-Stück anstelle des Waxstat ein und steckt alles wieder provisorisch zusammen, um zu prüfen, ob das Maß „x“ wieder erreicht wird. Ggf. durch Hinzufügen weiterer Münzen o. ä. korrigieren. War bei mir nicht nötig.

WICHTIG: auf einen oder zwei Millimeter kommt es bei „x“ nicht an! Der Düsenstock wird ja ohnehin im Rahmen der CO-Einstellung genau eingestellt werden müssen.


Nachher

Schritt 4:

Düsenstockdeckel „E“ wieder zubördeln, Einheit montieren, CO einstellen, fertig. Kostet auch Geld, aber nur 20 Cent bei 2 Vergasern ;o)




©Stefan Lehr fürs Spridget Register

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