Innocenti 850 Spider / S / C (1960 - 1968)

Innocenti

Innocenti 950 Spider / S / C


Zwischen 1960 und 1964 wurden von BMC Bausätze mit den mechanischen Baugruppen des Austin-Healey Sprite (sog. semi-CKD), d. h. mit Plattform, Motor, Antriebsstrang, Aufhängung, Bremsen und Lenkung, jedoch ohne Karosserie- und Ausstattungskomponenen, nach Italien zu Innocenti in Mailand geliefert. In Verbindung mit einer von Ghia entworfenen Karosserie wurden Fahrzeuge der Modelle Innocenti 950 Spider, Innocenti S und Innocenti C bei OSI in Turin gebaut, i. W. für den italienischen Markt sowie für den Export u. a. nach USA, Schweiz und Frankreich.


Der Innocenti 950 Spider wurde im November 1960 auf dem Turiner Autosalon vorgestellt. Die erste Version auf Basis des Sprite Mk I (AN5) war im Vergleich zum Sprite mit u. a. einem fest montierten und gefütterten Faltverdeck, einem normalen Kofferraumdeckel, größeren Türen mit außenliegenden Türgriffen sowie Kurbelfenstern deutlich komfortabler. Die Karosserieform nahm bereits einige Styling-Elemente des späteren Sprite Mk II vorweg. Das Fahrzeug war in Deutschland als Innocenti 950 Sport erhältlich zu einen Preis von fast 10.000 DM und damit deutlich teurer als das englische Original. Ab 1961/62 stammte die Basis vom Sprite Mk II (HAN6).


Im Februar 1963 wurde der Innocenti S vorgestellt, der – auf der Basis des Sprite Mk II (HAN7) – den größeren Motor mit 1.098 ccm, das Ribcase-Getriebe, Scheibenbremsen vorn sowie halbelliptische Blattfedern bekam. Es wurden zudem u. a. ein neuer Kühlergrill sowie eine deutlich modifizierte Innenausstattung verbaut. Der Innocenti S wurde bis Februar 1965 produziert.


Zwischen März 1965 und September 1966 wurde der Innocenti C entwickelt, ein dem Spider bzw. S ähnelndes Coupé mit festem Dach. Als Basis dienten die semi-CKD-Kits der Sprite-Modelle Mk II (HAN7) und Mk III (HAN8). Diese Entwicklung war viel mehr als ein Facelift, da alle Karosserieteile mit Ausnahme von Motorhaube, Türen und Kofferraumdeckel geändert wurden. Das Coupé war breiter und länger als das vorherige Cabrio. Zudem wurde die Ausstattung in diversen Details geändert.


Es wurden insgesamt 7.680 semi-CKD-Kits an Innocenti geliefert. Die Angaben zu den auf Basis dieser Kits hergestellten Fahrzeugen sind insbesondere in Bezug auf die Anzahl der Coupés nicht sicher. Es ist davon auszugehen, dass die Gesamtproduktion bei ca. 7.650 Fahrzeugen lag, wobei insgesamt 6.864 Spider bzw. S und zwischen 775 und 794 Coupés gebaut wurden.


Der im Innocenti 950 Spider anfangs verbaute 948 ccm-Motor des Sprite Mk I (9C) erhielt für Innocenti das Präfix 9CA-U-H, die Nummerierung begann mit 101. Als die Fahrzeuge auf Basis des Sprite Mk II (HAN6) gebaut wurden, wurden die verbesserten (9CG-)Motoren für Innocenti mit dem Präfix 9CB gekennzeichnet.

Der ab Februar 1963 verfügbare 1098 ccm-Motor erhielt für Innocenti die Kennzeichnung 10CB. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch die Modellbezeichnung zu „Innocenti S“ geändert.

Der verbesserte 10CC-Motor wurde für Innocenti mit dem Präfix 10CD versehen und sowohl im Innocenti S wie auch im nachfolgenden Coupe (Innocenti C) bis zum Produktionsende des Innocenti verbaut. Eine Motorvariante mit 1275 ccm wie beim Sprite Mk IV gab es beim Innocenti aus steuerlichen Gründen nicht.