Sprites und Midgets mit Sonderkarosserien

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Sebring Sprite


Unter dem Namen Sebring Sprite verbindet die Healey-Gemeinde ursprünglich die für die Rennen in Sebring (USA) vorbereiteten Werksfahrzeuge. Im Besonderen sind aber die mit Aluminium-Sonderkarosserie ausgestatteten Sebring-Sprite Coupes gemeint, die von John Sprinzel mitkreiert wurden. Wobei die Definition des Sebring Sprite immer sehr vage war und ist und sich nicht auf ein spezielles Modell bezieht. Gemäß der Erläuterung von John Sprinzel und Tom Coulthard in „Spritely Years“ ist der Name Sebring Sprite als Oberbegriff für Renn-Sprites anzusehen, die eine Homologation nach den Richtlinien der FIA 1960 erhielten.

Besondere Merkmale gegenüber den „normalen“ Sprites waren die Aluminium-Karosserie, Dunlop-Scheibenbremsen anstelle von Trommelbremsen, Dunlop-Speichenräder anstelle der normalen Scheibenräder, z. T. Hardtops (für die nicht Coupé-Versionen) sowie zu Beginn die Lackierung in Speedwell Blue (nicht die spätere Standard-Farbe Iris Blue).



Speedwell Sprite


Speedwell Performance Conversions Ltd war eine kleine Firma in der Finchley Road in London, die auf Kundenwunsch Tuning-Versionen des Austin-Healey Sprite anbot. Die Firma wurde von John Sprinzel zusammen mit George Hulbert und Len Adams 1957 gegründet. Zuerst wurden dort nur A-Serie-Motoren leistungsgesteigert. Ab 1958, mit dem Klassengewinn der Alpine Rallye durch John Sprinzel in einem von BMC-Rennabteilung zur Verfügung gestellten Sprite (PMO 200), startete die Firma mit dem Kompletttuning von Austin-Healey Sprites. Von Frank Costin wurde eine wunderschöne Coupe-Version aus Aluminium kreiert und von Williams & Pritchard für Speedwell gebaut. PMO 200 wurde unter anderem auch mit dieser Coupe-Karosserie umgebaut. Es gab auch eine Fastback-Coupeversion, gebaut von Peel Coachworks, und eine Hardtop-Version, wobei das Hardtop von Classic Motor Crafts stammte

(Speedwell GTs).

Bei Speedwell konnte man sich seinen Sprite mit „normaler“ Karosserie oder als Coupeversion bestellen. Zur Leistungssteigerung wurde ein ganzer Katalog von Maßnahmen angeboten - zwecks Verbesserung von Motor, Getriebe, Differential, Fahrwerk, Bremsen - und mit weiterem Tuning-Zubehör. Bekannt und gesucht sind die Speedwell-Türöffner im Pfeildesign für Sprite Mk I und Mk II, die keine Außentürgriffe hatten.

John Sprinzel wechselte 1960 als Leiter der Renntechnik zur Donald Healey Motor Company und homologierte den Sebring Sprite zur Produktion. Speedwell war lange erfolgreich als Tuningfirma für Austin Minis und Volkswagen.



Lenham Sprite


Im Februar 1962 gründeten Julian Booty, Peter Rix und David Miall-Smith die Vintage and Sports Car Garage und begannen mit der Restauration von Fahrzeugen in Lenham, Maidstone, Kent im Südosten Englands.

Sie begannen, Sprite Mk I mit einer Aluminum Karosserie umzubauen und verkauften sie unter dem Namen Lenham GT Coupe. Später wurden auch Sprite Mk II und MG Midget Mk I mit der GT-Karosserie versehen. Dazu gab es auf Wunsch auch ein neues Frontdesign, das dann das charakteristische Aussehen des Lenham Sprite ergab. Lenham GTs gab es als Serie 1 und Serie 2.

Dem Lenham GT folgte das Lenham Le Mans Coupé zum Umbau von Sprites Mk III und Midgets Mk II (nach 1964). Das Le Mans Coupé gab es ebenfalls in zwei Versionen, die eine hatte eine kleine Lufteinlasshutze hinter den Seitenfenstern, die andere war glatt.

Zusätzlich wurde ab 1966 der GTO gebaut, eine offene Roadsterversion.

Neben diesen Aluminium Karosserien gab es auch Glasfaser Karosserieteile wie das „John Britten“-Heckteil. Es war ein Nachbau des standardmäßigen Spridget-Hecks (Kotflügel und Kofferraum-Bereich) in einem Stück aus Glasfaser mit runden Radausschnitten (1966-67) und dazugehörigem Hardtop. Leider hat wohl keiner dieser Umbauten, die hauptsächlich bei Clubrennen zu sehen waren, überlebt.

Neben den Karosserieversionen gab es auch Einzelteile wie abnehmbare Hardtops und einteilige Fronthauben.

1967 zog die Firma nach Harrietsham in größere Räume. Gleichzeitig wurde der Name in Lenham Motor Company geändert. Die Firma existiert noch unter dem Namen Lenham Sports Cars Ltd. Besitzer ist heute Andrew Actman. Julian Booty und Peter Rix haben sich aus dem Geschäftsleben zurückgezogen, sind aber noch Teilhaber.

Der Firma Classic Cars of Kent gehören heute die Namensrechte der Lenham Motor Company. Sie besitzt auch die Karosseriewerkzeuge für die Le Mans Coupe sowie den GT und GTO und vertreibt die Karosserieteile für den Umbau von Spridgets in solche Fahrzeuge.

Es gibt leider keine Aufzeichnungen, wie viele Fahrzeuge von jedem Lenham Typ produziert wurden, zumal auch Kits für den Selbstumbau verkauft wurden.